Urvolk


Der Begriff Urvölker bezeichnet Völker aus der Antike und bezieht sich auf den Zeitraum zwischen 900 v. Chr. bis 900 n. Chr. Diese Völker definieren sich nicht nur durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte, sondern weisen auch eigene DNA-Profile auf. Wichtig ist folglich nicht die gemeinsame sprachliche Abstammung oder die historisch-anthropologische Einordnung, sondern die individuelle genetische Ausprägung eines Volkes. Innerhalb eines jeden Urvolkes kommen unterschiedliche Herkunftslinien vor. Diese spiegeln die verschiedenen Ursprungspopulationen der Ethnogenese eines jeden Urvolkes wieder. Die genetische Ausprägung der Lardoris findet sich in den Urvölkern der Phönizier und Italikern.

Phönizier​​​​​​​
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Die Phönizier waren ein semitisches Volk der Antike. Als Herkunftsregion wird die Sinai-Halbinsel vermutet. Sie lebten in voneinander unabhängigen Staaten, hauptsächlich im heutigen Libanon und in Syrien. Der Name «Phönizier» leitet sich von der griechischen Bezeichnung «Phoinikes» ab. Der Begriff ist seit Homer belegt und hängt mit «φοίνιξ» (phoinix, griechisch für purpurrot) bzw. mit «φοινός» (phoinos, griechisch für blutrot) zusammen. Das Färben von Stoff durch Purpurschnecken war ein typisch phönizisches Handwerk. Die «Phönizier» haben sich selbst aber nie als solche bezeichnet, sondern nannten sich nach den Städten, aus denen sie kamen wie «Sidonier» (aus Sidon) oder «Karthager» (aus Karthago), von den Römern als «Poeni» (Punier) bezeichnet. Sie waren ausgezeichnete Seefahrer. Sie kolonisierten den Mittelmeerraum von Zypern über Sizilien bis nach Spanien und Portugal. Phöniziens bedeutendste kulturelle Errungenschaft war die Entwicklung einer Buchstabenschrift, die als reine Konsonantenschrift konzipiert war und bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreichte. Sie bildetes später die Grundlage sowohl für die griechische wie auch für die lateinische Schrift. Im 8. Jahrhundert v. Chr. gerieten die Phönizier unter den Einfluss der Assyrer und verloren nach und nach ihre Unabhängigkeit. Sie gingen im Neuassyrischen Reich auf, ab dem Jahr 586 v. Chr. gehörte Phönikien zum Neubabylonischen Reich. Um 520 v. Chr. kam das Land schliesslich unter persische Herrschaft und die phönikischen Städte erhielten den Status von persischen Vasallenkönigtümern. Die Zerstörung von Tyros durch den makedonischen König Alexander den Grossen im Jahr 332 v. Chr. und Karthagos durch die Römer im Jahr 156 v.Chr. bedeutete das Ende der Phönizier.

Italiker​​​​​​​
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Der Begriff «Italiker» ist ein Sammelname für indogermanische Völkerschaften, die am Ende des 2. Jahrtausends v. Chr., in mehreren Wellen, von Norden her über die Alpen nach Italien einwanderten. Die Italiker werden in zwei sprachliche Gruppen aufgeteilt: «Latino-Falisker» und «Osko-Umbrer». Die «Latino-Falisker» besiedelten das nördliche Latium, die «Latino-Falisker» das Gebiet südlich davon. Zu den Italikern gezählt werden können u. a. die Volksstämme der «Bruttier», der «Latiner», «der Lukaner», der «Osker», der «Sabiner», der «Samniten», der «Umbrer» und der «Volsker». Die Italiker waren Viehzüchter, daneben betrieben sie Ackerbau, Jagd und Fischfang. Sie siedelten meist in Dörfern und waren in Stammesverbände unterschiedlicher Größe gegliedert. Sie sprachen umgangssprachlich nicht Latein, sondern indogermanische Sprachen. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. führten die italischen Stämme zahlreiche Kriege gegen das aufstrebende Rom, unterlagen jedoch nach und nach. Um 290 v. Chr. war die Eroberung der italienischen Halbinsel (bis auf Sizilien) durch Rom abgeschlossen, die italischen Städte Bundesgenossen der Römischen Republik. Innenpolitische Spannungen führten jedoch zu einem Aufstand, der 91 bis 88 v. Chr. in den Bundesgenossenkrieg (Bellum Sociale) mündete. Die Römer behielten die Oberhand und zur endgültigen Befriedung wurde der freien Bevölkerung der italienischen Halbinsel (bis zum Apennin) das römische Bürgerrecht verliehen.