Bedeutung


In Zusammenhang mit der lokalen Bedeutung der Familie Lardori bzw. von einzelnen Mitgliedern, können folgende sechs Aspekte besonders erwähnt werden, die Eingang u. a. in die lokale Fachliteratur der Toskana gefunden haben.

La Torre dei Lardori
Die «Torre dei Lardori» stand in der heutigen Gemeinde «Impruneta» (Firenze), gegenüber der Kirche «S. Lorenzo alle Rose». Dieser mittelalterliche Turm gehörte zu einem Verteidigungssystem von befestigten Weilern, dass entlang der «Via di Quintole», einem Abschnitt der antiken «Via Cassia», gelegen war. Im 15. Jahrhundert ging der Turm er in den Besitz der damals mächtigen florentinischen Familie der «Rossi d’Oltrarno» über. Diese bauten den Weiler in eine herrschaftliche Landvilla um, die noch heute unter dem Namen «La Torre», bzw. «Le Rose» existiert und in älteren Dokumenten auch als «Villa Grifoni» bezeichnet wird. Die herrschaftlichen Räume sind um einen gesäulten Innenhof angeordnet, mit Arkaden aus der Zeit der Renaissance. Die Säle im Erdgeschoss haben nach oben hin gewölbte Gebäudedecken aus hellem Stein und sind mit Malereien dekoriert. Im Obergeschoss finden sind an den Decken Fresken und an den Wänden pittoreske Dekorationen, die aus dem 18. Jahrhundert stammen. Zur Villa gehört auch ein geometrisch angelegter Garten (sog. Italienischer Garten). Das Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz.

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Luftansicht Villa La Torre/Le Rose
Vicolo delle Rose 93-98 in Impruneta

Maestro Domenico Lardori
Der im Jahr 1713 geborene Domenico Lardori war ein senesischer Maurermeister (Maestro). Er gehörte zur Pfarrgemeinde «Sant’Andrea Apostolo» in Siena. Im Mai des Jahres 1766 führte er die Maurerarbeiten an der Fassade des «Palazzo Sergardi» in Siena aus. Dies auf der Grundlage von Entwürfen des Mailänder Künstlers Bernardino Cremoni. Das patrizische Stadtpalais Sergardi ist ein seltenes Zeugnis der architektonischen Kunst Sienas des 18. Jahrhunderts und gehört zu den bekannteren Bauwerken Italiens. Es ist aus einem Kloster (Monastero delle Derelitte) hervorgegangen. Auftraggeber dieses Bauwerks war Fabio Sergardi, ein aus nobler Familie stammender Bürger von Siena. Die Entwürfe für das Gebäude stammen vom bekannten italienischen Architekten Paolo Posi (1708-1776). Das Palais verfügt über ein grosses Atrium und zwei grosszügige Innenhöfe. Das Gebäudeinnere ist mit Mosaikböden und mit neoklassizistischen Fresken des Künstler Luigi Ademollo (1764-1849) ausgestattet. Der Palazzo Sergardi ist heute auch als Sitz des «Piccolo Teatro di Siena» bekannt. Dieses wurde 1949 von Baronin Margherita Sergardi (1920-2011) gegründet und beherbergt die Originalkostüme dieses Theaters. Maestro Domenico war aber auch als Gutachter tätig, unter anderem für die Familie der «Sansedoni», einer der führenden aristrokratischen Familien von Siena. So erstellte er am 23. Februar 1760, zusammen mit Pietro Torri und Angelo Piazza, ein Gutachten zur Instabilität des Turms des «Palazzo Sansedoni». Bei diesem Bauwerk handelt es sich um einen dreistöckigen Adelspalast aus rötlichem Ziegelwerk, mit dessen Bau im Jahre 1219 begonnen worden war. Der von Zinnen bekrönter und auffällig gestaltete Palazzo steht noch heute an der Piazza del Campo in Siena. Maestro Domenico Lardori stellte fest, dass die Ursache für die Instabilität des Turms in den Öffnungen in der Wand begründet lagen, die im Zuge der Restaurierungsarbeiten am angrenzenden «Palazzo Chigi Zondadari» entstanden waren.

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Aquarell Palazzo Segardi
Paolo Posi, 1708-1776
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Fotografie Palazzo Sansedoni
Piazza del Campo in Siena
Portrait von Chiara Lardori Cassioli
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Portrait Chiara Lardori Cassioli
Giuseppe Cassioli, 1865-1942

Chiara Lardori Cassioli war die Ehefrau des bekannten senesischen Malers, Bildhauers und Architekten «Giuseppe Cassioli» (1865-1942), der wiederum Sohn des berühmten Portrait- und Historienmalers «Amos Cassioli» (1832-1892) war. Sie wurde 1899/1935 von ihrem Ehemann Giuseppe portraitiert. Signiert und datiert ist das Bild in Öl auf Leinwand (198 x 100 cm) am unteren rechten Bildrand mit «G. Cassioli 1899 1918 1935». Die drei Daten weisen auf den interessanten Umstand hin, dass der Künstler über einen längeren Zeitraum an diesem Bild gearbeitet haben muss. Dieses Kunstwerk hängt heute im «Museo Cassioli», dass 1991 gegründet wurde und als einzige museale Einrichtung der Provinz Siena vollständig der senesischen Malerei des 19. Jahrhunderts gewidmet ist.

Lapide commemorative ai caduti della Prima Guerra Mondiale
In der Provinz Siena existieren drei Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1914-1918), auf denen zwei Angehörige der Familie Lardori aufgeführt sind. Eine der Gedenktafeln steht in «Castellina in Chianti» und wurde 1918 eingeweiht. Sie ist aus Bronze gegossen und ist mit einer allegorischen Darstellung versehen, die den «Tod des Soldaten» symboliisert. Auf ihr ist Alberto Lardori aufgeführt, der im der am 20. Mai 1894 in «Catellina in Chianti» geboren wurde. Er diente als Soldat im «8. Festungs-Artillerie-Regiment» und starb am 23. Oktober 1918 infolge einer Krankheit im «Feldspital 108» (ospedale da campo n. 108). ​​​​​​​Zwei weitere Gedenktafeln stehe in «Torrita di Siena». Die ersten dieser beiden Gedenktafeln besteht aus Marmor und wurde 1928 eingeweiht. Sie ist mit einer allegorischen Darstellung versehen, welche die Siegesgöttin Viktoria als Adler darstellt. Die zweite Gedenktafel besteht aus Travertin und hat die Form einer Stele. Sie wurde 1993 eingeweiht. Auf beiden Gedenktafeln ist Francesco Lardori aufgeführt, der am 23. März 1888 in «Torrita di Siena» geboren wurde. Er diente als Feldweibel in der «Mitrailleur-Kompanie 128 und fiel am 14. Mai 1917 im Gebiet «Medio Isonzo». Er war Träger der «Militär-Verdienst-Medaille in Gold» (Medaglia d’oro al v.m). In diesem Frontabschnitt kämpfte er u. a. mit Wachtmeister «Giuseppe Zadi», der aus der gleichen Ortschaft stammte und ihn in seinem Tagebuch erwähnte. Dieses wurde am 08. Dezember 2014 durch Monsignore «Divo Zadi», dem emeritirten Bischof von Civita Castellana und Enkel von «Giuseppe Zadi», veröffentlicht.

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Denkmal für Gefallene
Sdt Alberto Lardori
in Castellina in Chianti
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Denkmal für Gefallene
Fw Francesco Lardori
in Torrita di Siena
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Denkmal für Gefallene
Fw Francesco Lardori
in Torrita di Siena

La 350 Lardor-Train
​​​​​​​Das «350 Lardori-Train» war ein Motorrad, das von 1924 bis 1927 in der «Fabbrica Italiana Motocicli R. Lardori» mit Sitz in «Castellina in Chianti» (Ortsteil Malafrasca) produziert wurde. Inhaber dieser Firma war «Rinaldo Lardori» (1896-1957). Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde das Motorrad erstmals in der Ausgabe Nummer 21 der Publikation «Rivista Motociclismo» aus dem Jahr 1925. Das «350 Lardori-Train» verfügte über einen Motor vom Typ «TRAIN» 350 ccm 2T, einen Zylinder von 76 x 76 mm, einen Vergaser vom Typ «AMAC», ein Dreiganggetriebe «IDEAL» (Lecco), eine Trapezgabel als Vorderradaufhängung (Druid-Gabel). Es verfügte über einen Kettenantrieb und zwei Bremsen an der Hinterradnabe. Es schaffte eine Geschwindigkeit von bis 80 km/h und hatte einen Verbrauch von rund 1 Liter pro 100 km.

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Motorrad 350 Lardori-Train, Rivista
Motociclismo, 1925
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Inserat 350 Lardori-Train
Rivista Motociclismo, 1925

La Musichiera, La Donna Ideale 1958
Ende der 1950er-Jahren genoss «Laura (Lauretta) Lardori (1936-1995) in der nationalen Medienlandschaft Italiens über grosse Popularität. Am 22. März 1958 war sie im staatlichen Fernsehen «Rai» in der 14. Sendung «Il Musichiere» aufgetreten bei der es darum ging, Musikstücke zu erkennen, die vom Orchester von «Gorni Kramer» gespielt wurden. Laura Lardori setzte sich gegen eine Konkurrentin durch und wurde die erste Siegerin dieser Quizshow. Der Hauptpreis betrug 2 Millionen Lire. Ihre bescheidene und sympatische Art sowie ihre natürliche Schönheit machten sie sofort zum Publikumsliebling. Sie trat anschliessend in weiteren Sendungen auf und verhalf dieser Quizshow zu grosser Popularität. 

​​​​​​​Die «Maestrina di San Gemini» oder «La Musichiera», wie sie fortann genannt wurde, erhielt kurze Zeit später eine Einladung für das Casting zum Wettbewerb der «Donna ideale für das Jahr 1958. Gewählt werden sollte die ideale Frau nicht nur aufgrund der Schönheit, sondern auch aufgrund von haushälterischen Tugenden (virtù di donne di casa) und einem umfassenden Allgemeinwissen. Der «7° Concorso per l’elezione della donna ideale» fand am 13. August 1958 in «Senigallia» statt. Laura Lardori setzte sich gegen die 24 anderen Kandidatinnen durch und wurde zur «Donna ideale 1958» gekürt, was ihre Popularität weiter steigerte. Im Anschluss an diese Wahl erhielt sie über 10 000 Fanbriefe, darunter rund 1000 Heiratsanträge. In der Sendung «Il Musichiere» trat sie 1960 das letzte Mal auf, danach zog sie sich schrittweise aus der Medienlandschaft zurück. 1993 lud sie «Enza Sampò» in eine Sendung von «Rai 2» über die Geschichte der «Rai» ein. Ihr letzter Auftritt im Fernsehen.

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Artikel Il Musichiere
La Domenica del Corriere, 1958
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La Donna Ideale 1958
La Domenica del Corriere, 1958